Dokumentation des Arbeitsablaufes

Workflow

von Anton Hubauer und Johannes Kapeller

1. Basiskatalogisierung

Einleitung - Vorbemerkungen
Das Ziel des durchgeführten Editionsprojektes war die Erschließung und wissenschaftliche Bearbeitung einer der wichtigsten und umfangreichsten Quellenbestände der österreichischen Rundfunkgeschichte, der Hörfunkjournalsendungen von Ö1. Es erfolgte dabei, wegen der Menge des vorhandenen Tonbandmaterials, eine Konzentration auf die Mittagsjournal-Sendungen. Früh-, Abend- und Sonntagsjournal-Sendungen wurden aus Gründen der zeitlichen Beschränkung des Projektes nur im Zusammenhang mit inhaltlichen Schwerpunktthemen ausgewählt. Ein weiterer Grund für die Konzentration auf die Mittagsjournale war die Tatsache, dass diese Journalsendung die meisten Zuhörer erreichte bzw. die ausführlichste Nachrichtensendung eines Tages darstellte.

Tonbänder
Der Archivbestand der Journalsendungen ist chronologisch geordnet, als Signatur auf den Tonbandhüllen dient das Sendedatum. Der Bestand bezüglich des Projektzeitraumes ist – mit wenigen Ausnahmen – vollständig. Aufgezeichnet wurden jeweils Morgen-, Mittags- und Abendjournal eines Tages.

Journalbücher
Ebenfalls im Besitz der Österreichischen Mediathek befinden sich Kopien der handschriftlichen Journalbücher des ORF für den betreffenden Zeitraum.

1.1. Die Katalogdatenbank der Österreichischen Mediathek
Die Katalogdatenbank der Österreichischen Mediathek (BIS-C 2000 der Firma Dabis) beruht auf einer objektrelationalen Datenbank und unterstützt sowohl relationale als auch hierarchische Datenbankstrukturen. Dies bedeutet, dass auf horizontaler Ebene Relationen zwischen Titeln, Autor/innen, Stichwörtern, Datumsangaben, Orten u. ä. hergestellt werden können. Die Trennung dieser Angaben in physisch eigenständige „Stammdateien“ (= Normdateien) gewährleistet den Aufbau redundanzfreier Daten, da jede dieser Angaben innerhalb des Gesamtdatenbestandes nur einmal vorhanden ist und alle etwaigen Datensätze mit dieser einen Angabe verknüpft sind. Eine Änderung eines derartigen Datensatzes ist in allen mit ihm verknüpften Datensätzen aktiv.

Neben diesen horizontalen sind gleichzeitig auch hierarchische Verknüpfungen möglich, d. h. die Abbildung von Serien oder Bandaufführungen, im konkreten Fall z. B. die Struktur Mittagsjournal – Mittagsjournal eines bestimmten Tages – Anführung der Einzelbeiträge. Diese hierarchischen Verknüpfungen können auf horizontaler Ebene jeweils wieder relationale Verknüpfungen aufweisen.
Innerhalb der Gesamtdatenbank ist der Aufbau mehrerer physisch getrennter Datenbanken möglich, die jeweils eine eigene Generierung aufweisen können, die auf die speziellen Bedürfnisse des Materials abgestimmt ist. Das hat im konkreten Fall ermöglicht, eine Datenbankeinrichtung vorzunehmen, die - getrennt von der eigentlichen Datenbank der Österreichischen Mediathek - den wissenschaftlichen Bearbeiter/innen größtmögliche Freiheit bei der Einrichtung, auch in Bezug auf die inhaltlichen Fragestellungen des Projekts, erlaubt. Daneben ist in die Datenbank jener Pool eingegliedert, der die Basis der gesamten Webumsetzung der Österreichischen Mediathek ist. Ein mittels Automatismen durchgeführter Datenimport in diesen Pool stellt sicher, dass sämtliche Datensätze mit allen Erfordernissen für eine Webumsetzung bzw. für die Teilnahme an nationalen und internationalen Plattformen versehen sind und den notwendigen Anforderungen entsprechen. Benützerseitig sind intern Recherchen über mehrere Datenbanken mittels einer gemeinsamen Oberfläche möglich, was die Verwaltung der Metadaten innerhalb des Gesamtsystems vereinfacht.

1.2. Vorgangsweise – Basiskatalogisierung
Die Basis der Katalogisierung bildeten die Journalbücher des ORF. Diese waren beim ORF für die Bezahlung der Journalisten geführt worden und stellten nun  eine große Hilfe für die Erfassung der Metadaten dar. Zugleich waren sie aber auch ein Hort von Unklarheiten. Beginnend mit schlicht und einfach unleserlichen Wörtern oder Wortteilen, falscher Schreibung von Personen-, Orts- und Eigennamen bis zu lückenhaften oder nur im Zusammenhang verständlichen Beitragstiteln, boten die Journalbücher ein weites Betätigungsfeld für Korrekturen im Katalog während und nach der Digitalisierung.

Am Anfang der Katalogisierung stand das Anlegen eines Datensatzes für einen bestimmten Tag (Titeltyp 1). Erfasst wurden hier neben dem Sendungstitel (z.B. Mittagsjournal 1986.04.29) und Sendedatum auch Angaben zu Moderation und, falls vorhanden, Regie der Journalsendung, der ORF als Produzent, sowie einige Angaben zur Datenverwaltung innerhalb der Österreichischen Mediathek.

Weiters wurde der Titeldatensatz mit einem Trägerdatensatz verknüpft. Im Trägerdatensatz wurde die Signatur angelegt. Die Signatur besteht aus einem Kürzel für den Typ der Journalsendung (JM = Mittagsjournal, JA = Abendjournal, JF = Frühjournal) und dem gestürzten Datum - JM-860429 (JournalMittag – 29. April 1986).

In diesem Arbeitsschritt wurden zusätzlich Angaben zum Ausgangsmaterial vermerkt und als wichtiger Schritt die „Digitalisierung gestartet“.Das bedeutet, dass nun im Hintergrund ein automatischer Prozess zu laufen begann, der eine Verknüpfung des Katalogeintrages mit der NOA-Job-Datenbank erstellte, welcher zur Digitalisierung notwendig war.

Als nächster Schritt folgte die Digitalisierung des Tonbandes.